Junkerhof (Wahlhausgut) An dieser Stelle möchten wir Ihnen wieder die Geschichte eines alten Hofes aus Holzbüttgen, den Junkerhof, vorstellen. Dieser Hof. der früher "Wahlhausgut" hieß und im Kreuzungsbereich der Kreuz- und Hasselstraße liegt, ist neben dem alten Pannenbeckerhof der einzige Hof in Holzbüttgen. der unter Denkmalschutz steht. Als besonders erhaltenswert gilt das alte Fachwerk im Innenbereich des Hofes, das z.T. noch aus den ursprünglichen Lehmwänden besteht. Der Junkerhof gehörte der Stiftskirche >Unsere Liebe Frau< zu Düsseldorf. Auf einem Fachwerkbalken neben der Hauseinsangstür befindet sich eine gut lesbare Inschrift: >Anna Maria Henrix- Äbtissin von Aspern - Lehnfrau von Altstaden< Vermutlich handelt es sich hierbei um eine Äbtissin des Klosters >Unsere liebe Frau< zu Düsseldorf. Der Hof war im 16. und 17. Jahrhundert als Wahlhausgut jedoch dem Kapitel St. Aposteln in Köln kurmundspflichtig und musste dorthin bestimmte Abgaben leisten. Schon im IS. Jahrhundert ist die Familie Dammer, die heute noch den Hof besitzt, auf dem Junkershof ansässig. Erster Pächter war Paul Heinrich Dammer. Er kam aus Hinsbeck am Niederrhein nach Holzbüttgen. Er kaufte bei der Säkularisation unter Napoleon den Junkershof vom französischen Staat. Zum Hof gehörten 150 Morgen Ackerland. Nächster Besitzer war der Sohn Peter Joseph, der am 16. April 1773 getauft wurde. Er war verheiratet mit Christina Pannenbecker vom Pannenbeckerhof in Holzbüttgen. Ihr Sohn Christian Adam, geboren am 27. September 1S12. erbte den Hof von seinen Eltern. Mit seiner Frau Christine geborene Wilms vom Husemes Hof aus Kaarst hinterließ er 8 Kinder, auf die das Vermögen verteilt wurde. Beim Hof blieben 40 Morgen Ländereien. Der Sohn Karl-Josef, geboren am 20. Oktober 1857 blieb auf dem Junkerhof ansässig. Er vermählte sich mit Margaretha. geb. Even. vom Risgeshof in Holzbüttgen. Durch die Mitgift der Ehefrau erhöhte sich die Ackerfläche auf 104 Morgen. Der am 2. Mai 1895 geborene Sohn Karl war verheiratet mit Antoinette (Toni) Pannenbecker, wiederum vom Pannenbeckerhof aus Holzbüttgen. Er übernahm den Junkerhof als Erbhofbauer. Karl Dammer ist vielen alten Holzbüttgener noch sehr bekannt. Er war eine sehr große Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Er war mehrere Jahre Mitglied des Kreistages in Grevenbroich und des Gemeinderates in Büttgen. Er war der erste Brudermeister unserer Bruderschaft bei der Neugründung am 19. März 1950. Karl Dammer starb am 4. Juni 1979. ![]() Der Junkerhof um das Jahr 1920. Im Vordergrund der alte Verlauf der Kreuzstraße. Nachdem Karl Dammer das Rentenalter erreicht hatte, übergab er den Junkerhof an Sohn Günther, verheiratet mit Karin geborene Kaiser. Sie stellten den landwirtschaftlichen Betrieb 1968 ein. Noch heute sind sie auf dem Junkerhof ansässig. Aus dessen Ehe gingen 2 Söhne hervor. Der Sohn Ralf hat einen Teil des Hofes als Wohnraum umgebaut und bewohnt mit seiner Familie nun als 7. Generation der Familie Dammer den Junkerhof. Er hat den Hof nach allen Auflagen des Rhein. Denkmalamtes, ohne die Außenansicht zu verändern, umgebaut und dafür von diesem Amt ein ausdrückliches Lob empfangen, worauf die Familie Dammer auch besonders stolz ist. Günther Dammer ist wie sein Vater Karl. Mitglied der St. Seb. Schützenbruderschaft Holzbüttgen. Er ist Gründungsmitglied des Grenadierzuge "Brave Jonge" und blickt in diesem Jahr auf 40 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Bruderschaft zurück |