Geschichte - Unsere Bruderschaft - Holzbüttger Haus 3

Das Holzbüttger Haus war eine Wasserburg

Von Holzbüttgen hatte ein Rittergeschlecht seinen Namen. Im Jahre 1363 wurde Jahann von Holzbüttgen durch Erzbischof Kuno von Köln zum Amtmann von Kempen uns Ude(Oedt) ernannt. Die Tochter Johanns von Holzbüttgen heiratete den Herrn von Neersen. Das Holzbüttgerhaus war eine Wasserburg. Die Burg war von einem Wassergraben umgeben. Dahinter lag die dicke Burgmauer. Über den Wassergraben führte eine Zugbrücke. Rechts vom Tor lag der Garten und daran anschließend war ein Fischteich. Später gab der Erzbischof von Köln, dem das Holzbüttgerhaus und die dazu gehörenden Ländereien gehörte, dem Quirinusstift in Neuss zu Lehen. Zum Holzbüttgerhaus gehörte viel Land, teils Ackerland, teils Wiesen und Wald. Die Ländereien hatte die Äbtissin des Quirinusstiftes zu Neuss verpachtet. Die Pächter mussten allerlei Abgaben entrichten, zum Teil in Geld, zum Teil in Feldfrüchten, Vieh, holz und Heu. Zeitweise wohnte auch die Äbtissin, von mehreren Schwestern, im Holzbüttgerhaus. Noch heute im Büttgen-Vorster Bezirk lebende alte Leute erzählen, was ihnen von ihren Vorfahren überliefert wurde. An der Stelle der heutigen Kapelle stand früher ein altes Kapellchen. Unweit davon stand ein kleines Häuschen, in dem ein Klostermann(Mönch) ein zurückgezogenes Leben führte. Dieser Mönch las täglich in dem Kapellchen die hl. Messe. Wenn die Äbtissin vorübergehend im Holzbüttgerhaus wohnte, bescuhte die auch die hl. Messe. Da sie oft nicht pünktlich zur Messe erschien, musste der Pater mit dem Begin warten, bis die Äbtissin sich einfand. Es soll vorgekommen sein, dass sie den Mönch und die anwesenden Gläubigen beträchtliche Zeit warten ließ. Plötzlich vernahm man draußen Pferdegetrappel und Rädergerassel. Die Äbtissin kam in ihrer Kutsche vorgefahren. In seidene Gewänder rauschte sie mit ihren Begleiterinnen in die Kapelle und begab sich auf ihren Ehrenplatz. Nun konnte die hl. Handlung beginnen. Das lange Warten machte die Leute unwillig, doch sie mussten gute Miene zum bösen Spiel machen, da sie durchweg Pächter der Ländereien des Holzbüttgerhauses waren. Im Jahre1790 ließ die Äbtissin Felicitas Augusta geborene Walbolt- Bassenheim das Holzbüttgerhaus von Grund aus neu bauen. Das Wappen dieser Äbtissin ist heute noch über der Haustür. So erstand das Holzbüttgerhaus in seiner heutigen Gestalt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2965 Taler. Nur einige Jahre noch blieb das Holzbüttgerhaus im Besitz des Erzbischofs von Köln und des Quirinusstifts zu Neuss. Die Franzosen eroberten das linke Rheinufer und verleibten es Frankreich ein. Dir geistlichen Güter wurden dem erzbischof von Köln genommen und als Eigentum des französischen Staates erklärt. Säkularisation. Der Eigentümer des Holzbüttgerhauses in der nachfolgenden Zeit war Matthias Josephs. Später war Josephs Maire- Bürgermeister von Büttgen. Er war ledig seine Schwester Lisette führte ihm den Haushalt. Als Matthias Josephs 1859 einen Schlaganfall erlag, ging das Besitztum in die Hände seiner Schwester Lisette über. Sie vermachte vor ihrem Tod ihrem Verwandten, dem Herrn Josef Rey zu Vettweis, testamentarisch das Holzbüttgerhaus und die dazugehörigen Ländereien. Von dem Herrn Rey erbeten seine Töchter Elise und Maria den Besitz. Nach deren Verheiratung besaßen die Ehemänner die Vollmacht mit Zustimmung ihrer Mitunterschriebenen Ehefrauen, die zum Rittergut Holzbüttgerhaus gehörigen Gemeinden Büttgen und Kleinenbroich gelegene Grundstücke in beliebigen Abteilungen unter gutscheinenden Preisen öffentlich oder unter der Hand zu verpachten oder zu verkaufen. Die in manchen Häusern noch befindlcihen Kaufakte geben Zeugnis davon, daß damals viele zum holzbüttgerhaus gehörige Ländereien verkauft wurden. Das Haus und einen Teil der Ländereien kaufte 1895 Bernhard Hoeveler, Baumeister in holzbüttgen. Seine Kinder, darunter sein Sohn, der Bauunternehmer Peter Hoeveler, waren die nachfolgenden Besitzer. Die Familie verkaufte 1955 das Holzbüttgerhaus und die dazugehörigen Ländereien an die Stadt Düsseldorf. Diese erhoffte duch den Kauf Siedlungsgelände zu gewinnen. Dieses Vorhaben scheitere jedoch am wieder spruch der Landwirtschaftskammer. Die Ländereien mußten der landwirtschaftlichen Nutzung erhalten bleiben. Die Gemeinde Büttgen hätte das Haus und die Lädereien acuh kaufen können, doch die ‚Gemeindegelder mußte man damals für dringlichere Aufgaben verwenden. Nun kaufte die Gemeinde Kaarst 1976 das Haus nebst Ländereien von der Stadt Düsseldorf. Die Verwaltung wird in diesem Gebäude den Bauhof einrichten. Die Pächter des Holzbüttgerhauses waren von 1895 bis heute Landwirte Robertz, schmitz, Hoevels und Berrisch.

 

Fritz Wülfing