Geschichte - Holzbüttgen - Holzbüttger Haus 1



Das Holzbüttger Haus

Als zu Anfang des Jahres 1985 der Bodenaushub für den neuen städtischen Bauhof in Holzbüttgen (zwischen Gymasium und Kläranlage) begann, stießen die Arbeiter auf alte Ziegelmauerreste, und H.-W. Gerresheim veranlasste eine archäologische Grabung. Das Gelände war historisch "verdächtig", denn hier hatte das 1960 abgerissene Holzbüttger Haus gestanden, eine zwar aufwendig gestaltete, zuletzt jedoch arg heruntergekommene Hofanlage des 18. Jahrhunderts, die seinerzeit der Äbtissin des Neusser Quirinusstifts als Sommersitz gedient hatte.

Dass diese Anlage Vorgänger gehabt hatte, war urkundlich gesichert. Seit 1345 sind die Ritter von Holzbüttgen als kurkölnische Lehnsleute urkundlich nachweisbar, und der Besitz sicherte Sitz und Stimme auf dem kurkölnischen Landtag. Johann von Holzbüttgen (gestorben vor 1379) war erzbischöflicher Amtmann in Oedt und Kempen. Durch seine Tochter Adelheid kam das Holzbüttger Haus an die Vögte von Neersen, die es der Neusser Äbtissin 1419 verendeten und 1485 verkauften. Diese ließ das Haus, zu dem 1670 fast 200 Morgen Ackerland gehörten, in der Folge von Pächtern bewirtschaften.

Im Truchsessischen Krieg wurde 1584 das mittelalterliche Burghaus zerstört - seine Fundamente kamen 400 Jahre später wieder zum Vorschein. Eine rasche Umplanung des Bauhofs ermöglichte eine Freihaltung des Areals und eine Grabung des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege, bei der eine Anlage des 14. Jahrhunderts mit Haupt- und Vorburg, Graben und Zugbrücke ans Tageslicht trat. Für unsere Kenntnis des spätmittelalterlichen Burgenbaus wichtig war die Entdeckung, dass das Holzbüttger Haus auf Holzpfahlrosten gegründet war, auf denen die Fundamente in Ziegelbauweise errichtet wurden, ein frühes Zeugnis für diese Technik.

Einen vagen Eindruck vom Aussehen dieser Burg vermittelt ein Stich von Franz Hogenberg aus dem Jahre 1586:


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Fundamente des Holzbüttger Hauses 1985


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Das Holzbüttger Haus (18. Jahrhundert), vor dem Abriss 1960


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Grundriss des Holzbüttger Hauses ("Burg", rechts) und Vorburg (Bildmitte oben, schraffiert) so wie des neuen Bauhofes der Stadt Kaarst.



Auszug aus einer alten Landkarte
von 1803-1813
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Aus dem Buch "Geschichte der Stadt Kaarst"